Gründung des DCB bis 2008

Der 20. Jahrestag

Es ist Mai des Jahres 2008. Die deutsche Cricket Nationalmannschaft spielt gegen Teams aus allen Ecken dieser Welt. Im August desselben Jahres werden die Spieler zum sechsten Mal an den Cricket Europameisterschaften teilnehmen. Bei dem Turnier werden ebenso mehrere deutsche Schiedsrichter mitwirken, einer von ihnen hat es sogar in das ICC Schiedsrichtergremium geschafft, welches mit Bill Frindall einen wohlbekannten Vorsitzenden hat. Deutschland ist ein etabliertes Mitglied in der Cricketwelt: Auf nationaler Ebene ist Deutschland in 5 Cricket-Regionen aufgeteilt. Jede dieser Regionen hat eine Liga, in der mehr als 50 Mannschaften miteinander konkurrieren. Auch der Jugendbereich und die Frauenmannschaften erleben in Deutschland einen Aufschwung. Der Deutsche Cricket Bund (DCB) erhält im Jahr 2008 drei ICC-Awards für seine beeindruckende Entwicklung:  Für das Projekt „Cricket in deutschen Schulen“ und das Oldenburger Cricket Hallenturnier der Frauen gibt es den ICC-Europe Award. Letzteres Projekt wird anschließend ebenfalls mit einem ICC Global Award ausgezeichnet.

All diese Errungenschaften scheinen Lichtjahre entfernt von der Cricket Szene, die man im Jahr 1988 in Deutschland vorfand. In diesem Jahr gründeten einige wenige Cricket-Enthusiasten den DCB. Zwar existierte in Deutschland auch schon vor 1988 eine Cricket-Welt, aber diese war nur Stückwerk und nicht durch einen zentralen Verband verbunden. Ein solcher Verband wurde dann aber Ende 1988 in Hanau gegründet. Ausschlaggebend für die Gründung des DCB war eine Anfrage des Vorsitzenden des italienischen Cricket Bundes, der Deutschland in einen europäische Cricketverband aufnehmen wollte.

Erster Präsident des frisch formierten DCB war Rolf Schwiete (1988-1995), ein Lehrer aus Hanau, der seine Begeisterung für Cricket bei einem Austauschprogramm in England entdeckte. Im zweiten Bestehensjahr des DCB wurde schließlich eine Meisterschaft organisiert. In den teilnehmenden Mannschaften mussten mindestens 8 gebürtige Deutsche mitspielen.

Schon bald rückte die internationale Cricket-Welt in den Blickpunkt des DCB. So nahm Deutschland beispielsweise an dem „Cricketer Cup“ teil, den es im Jahr 1992 sogar ungeschlagen gewinnen konnte und durfte somit gegen den Marylebone Cricket Club in Lords, London antreten. Ein Spiel an diesem geschichtsträchtigen Ort gilt als Traum der meisten Cricket-Spieler dieser Welt und zählt ohne Frage zu einen der Highlights der 20-jährigen Geschichte des DCB.

Ein weiterer Meilenstein war die Gründung der European Cricket Federation (ECF), dem Vorläufer des European Cricket Council (ECC), im Jahr 1989. Auch hier war Deutschland ein Gründungsmitglied. Das Turnier des ECF konnte Deutschland zwar nie gewinnen, belegte aber dafür gleich dreimal den zweiten Platz.

Aufgrund guter Leistungen bei den Europameisterschaften sowie durch die Unterstützung der Cricket-Gremien aus Namibia und Pakistan, wurde Deutschland dann im Jahr 1999 als angeschlossenes Mitglied im International Cricket Council (ICC) aufgenommen. Dank dieser Mitgliedschaft nahm Deutschland dann bei der ICC Trophy in Toronto teil. Die Nationalmannschaft belegte bei diesem Turnier den 18. Platz.

Im Jugendbereich ist Deutschland ebenfalls international vertreten. Erstmals spielte ein deutsches Jugendteam auf internationalem Parkett im Jahr 1994 in Österreich. Jährliche Cricket-Jugendturniere mit deutscher Beteiligung werden seit 1999 ausgetragen. Das aus deutscher Sicht erfolgreichste Jahr war der Gewinn der ECC Meisterschaft 2001.

Aber auch auf nationaler Ebene entwickelte sich der Sport weiter. So gibt es seit der Gründung des DCB immer wieder deutsche Schulen, die ihren Schülern das Cricketspiel nahelegen. Selbst Frauen-Cricket zeigt in den letzten Jahren einen signifikanten Aufschwung. So gab es schon in den Anfangsjahren des DCB beispielsweise schon immer Frauenmannschaften an den Universitäten in Passau und Göttingen. Seit der Kopplung des Frauen- mit dem Männerbereich des ICC erlebt Frauencricket einen regelrechten Boom, da diese Veränderung mehr und mehr Länder davon überzeugte etwas für Frauen-Cricket zu tun. In Deutschland wurden in diesem Zuge zwei erfolgreiche Indoor-Turniere in Oldenburg und Brandenburg ausgetragen.

Was die DCB Pioniere sich bei der Gründung des Verbandes nicht vorstellen konnten ist die allgegenwärtige Präsenz des Computers, Webseiten und der Internetkommunikation. Um die deutsche Cricket-Community zu repräsentieren, wurde deshalb eine Webseite entwickelt, die Cricket in Deutschland bekannter machen soll. Die Webseite ist unter der URL www.cricket.de zu finden.

Die ersten 20 Jahre des DCB waren sehr ereignisreich. Es war bei weitem keine einfache Reise. Der allgemeine Trend war dabei immer vor- und aufwärts und trotz gelegentlicher Rückschläge war das Ergebnis stets positiv. Zahlreiche Vereine sind in dieser Zeit entstanden, haben für den Sport gebrannt, sind aber auch genauso schnell wieder verschwunden. Dennoch hat der Sport als Ganzes in Deutschland Wurzeln geschlagen und ist immer noch in stetigem Wachstum.

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